"Neue" Sonaten für Flöte und Cembalo von Johann Sebastian Bach, arrangiert und zusammengestellt für Blockflöte und Cembalo.


Marta Dotkus (Cembalo) und Dominik Schneider (Flöte) lernten sich im Jahr 2001 kennen und spielen seit dem zusammen – mal mit weiteren Musikern, und mal nicht… In ihrem neuen Duo Programm stellen die beiden Künstler den Komponisten Johann Sebastian Bach in den Mittelpunkt, welcher unglaublich schöne Sonaten für Flöte und Cembalo geschrieben hat. Aber auch andere Werke des Komponisten haben die beiden für ihre Besetzung neu arrangiert und zusammengestellt.

Marta Dotkuś wurde in Breslau (Wroclaw, Polen) geboren. Die Faszination für das Cembalo führte sie nach dem Abitur Cembalostudium, erst in Polen bei Leszek Kedracki in Warschau, dann in Deutschland bei Ketil Haugsand (Köln) und Christian Rieger (Essen). Seit 2009 ist sie Lehrbeauftragte an der Fookwang Universität der Künste in Essen. Als freiberufliche Cembalistin tritt sie mit verschiedenen Ensembles als Solistin, Kammermusikerin und Orchestermitglied auf. Sie arbeitete u.a. mit Reinhard Goebel, der Capella Augustina, Andreas Spering, dem Concerto Köln, den Bamberger Symphonikern, der Oper Frankfurt, dem Sydney Symphony Orchestra und dem Folkwang Kammerorchester.

Dominik Schneider begab sich schon früh auf die Suche nach unterschiedlichsten Klangfarben und beschäftigt sich heute vorrangig mit dem Flötenspiel in mannigfaltigen Varianten. Seit 2010 fertigt er in seiner kleinen Werkstatt unter anderem ein frühes Traversflötenmodell, das besonders für die Musik des Mittelalters und der Frührenaissance geeignet ist. Darüber hinaus ist der Klangästhet ein gefragter Quinternist, aber auch mit dem Portativ arbeitet er oft mit Ensembles wie VoxWerdensis oder Ars Choralis Coeln zusammen. Mit Maria Jonas gründete er 2012 das Ensemble Sanstierce (medieval music). Unter dem Namen BadAntiko interagiert er zwischen den Grenzen klassischer Musik und anderer Genres. An der Folkwang Universität der Künste in Essen unterrichtet er im Master-Studiengang „Musik des Mittelalters“. Neben all der Musik sollen seine Portraitfotos klasse sein…


 P R O G R A M M

Werke von Johann Sebastian Bach (1685-1750) 
für Flöte und Cembalo

Sonate h-moll (BWV 249,1014,1017,1000 &1001)
Andante – Allegro – Allegro – Fuge, Allegro

Chromatische Fantasie und Fuge (BWV 903)
Cembalo solo

Orgel-Sonate e-moll (BWV 527)
Andante – Adagio e dolce – Vivace

Gavotte en Rondeau, Gigue (BWV 1006)
Flöte solo

Sonate d-moll (BWV 564,964,965,1003&1029)
Adagio – Fuge – Andante – Allegro

Dominik Schneider – Flöte
Marta Dotkus - Cembalo

Barockmusik von der Iberischen Halbinsel 

Das schwere Erdbeben in Lissabon von 1755 hat die Überlieferung vieler Werke portugiesischer Komponisten beeinträchtigt. Zu den erhaltenen Orchesterwerken von Carlos Seixas (1704-1742), Kapellmeister der Königlichen Kapelle in Lissabon, gehört zum einen die Sinfonia B-Dur. Zum anderen ist ein Konzert für Cembalo und Orchester überliefert, das zu den frühesten seiner Gattung in Europa zählt. Die amici musici stellen die sehr durchsichtige und „galante“ Tonsprache dieser beiden Werke vor, die bereits über die Zeit des Barock hinausweist.
Bei der titelgebenden „Follia“ von Francesco Geminiani (1687-1762) handelt es sich um ein Concerto grosso nach Arcangelo Corellis Violinsonaten op. 5. „La Follia“ ist das berühmteste Stück dieser Reihe – und dieser Begriff wiederum bezeichnet zunächst einen portugiesischen Tanz und dann ein Kompositionsmodell, das sich vor allem unter dem Titel „Folies d’Espagne“ weit verbreitete.
Domenico Scarlatti trat 1719 in den Dienst des portugiesischen Königs. Eine seiner wichtigsten Aufgaben war der Cembalounterricht für Prinzessin Maria Bárbara de Bragança. Vor allem aus dieser Tätigkeit stammen die 555 Cembalosonaten, die Scarlattis (Nach-)Ruhm begründen. Dass Scarlatti hauptsächlich für das Cembalo komponierte, bedeutet aber nicht, dass man als Orchester auf seine Werke verzichten muss. Neben seinen eigenen Orchesterwerken, wie die Sinfonia Nr. 2 G-Dur, veröffentlichte der Engländer Charles Avison eine Sammlung von Concerti grossi, bei denen die einzelnen Sätze auf Cembalosonaten von Scarlatti beruhen.
www.amici-musici.de


   Seit 1975 existiert das Kammerorchester "amici musici" der WWU Münster, und seit dieser Zeit motiviert uns die Erkenntnis 
„Barockmusik macht glücklich!“. 

Wer beim Zuhören Lust bekommen hat, bei uns mitzuspielen, 
ist immer herzlich willkommen!
Kontakt: Brigitte Heeke (Tel.: 0251 / 96 198 902) · www.amici-musici.de


  
 P R O G R A M M

Georg Philipp Telemann (1681 – 1767)
Les Portugais“, aus: Ouverture B-Dur TWV 55:B5
* * *
Domenico Scarlatti (1685 – 1757)
Sinfonia No. 2 G-Dur
Allegro – Grave – Menuet allegro
Meike Sonnenberg, Querflöte · Brigitte Heeke, Oboe
* * *
Charles Avison (1709 – 1770)
Concerto grosso D-Dur No. 6,
aus: 12 Concerti grossi nach Cembalosonaten Domenico Scarlattis
Largo – Con Furia – Adagio – Vivacemente
Christel Vockelmann & Madlen Hagemann, Violine
* * *
Carlos Seixas (1704 – 1742)
Sinfonia B-Dur
Allegro – Adagio – Minuet: Allegro
* * *
Carlos Seixas
Concerto D-Dur für Cembalo, Streicher und Basso continuo
Allegro – Adagio – Giga: Allegro
Ulrike Thesmann, Cembalo
* * *
Francesco Geminiani (1687 – 1762)
Concerto grosso d-moll „La Follia“,
aus: 12 Concerti grossi nach Arcangelo Corellis Violinsonaten op. 5
Christel Vockelmann & Monique Massin, Violine
Heinrich Rühe, Violoncello



Auch wenn die iberische Halbinsel fraglos ein beliebtes Urlaubsziel darstellt, ist sie doch für die amici musici noch weitestgehend ein unvertrautes Terrain – umso wichtiger, diesen weißen Fleck auf unserer musikalischen Landkarte endlich zu tilgen! Allerdings gelangen wir manchmal eher auf Umwegen an das gewünschte Ziel…
So nimmt uns zu Beginn der altbekannte Georg Philipp Telemann als Reiseführer an die Hand und stellt uns „Les Portugais“ vor. Das kleine Stück, eine Kombination aus zwei Tanzsätzen, stammt aus einem größeren Werk, in dem Telemann neben den Portugiesen auch noch die Türken, Schweizer und „Moskoviter“ porträtiert und das daher den Beinamen „Völker-Ouverture“ trägt.
Die folgende Komposition stammt dann aber schon von der iberischen Halbinsel, wenn auch nicht direkt von einem „portugiesischen“ oder „spanischen“ Komponisten. Zumindest war Domenico Scarlatti gebürtiger Italiener, doch nach Tätigkeiten an verschiedenen italienischen Höfen trat er 1719 in den Dienst des portugiesischen Königs. Eine seiner wichtigsten Aufgaben war der Cembalounterricht für die hochbegabte Musikliebhaberin Prinzessin Maria Bárbara de Bragança, die er 1729 nach ihrer Heirat mit dem spanischen Thronfolger, dem späteren König Ferdinand VI., auch in ihre neue Heimat begleitete. Vor allem aus dieser Tätigkeit stammen die 555 Cembalosonaten, die Scarlattis (Nach-)Ruhm begründen. Ein Schattendasein führt demgegenüber seine Orchestermusik, zu der die Sinfonia in unserem Programm zählt. Mit „Sinfonia“ ist aber noch keineswegs die Großform der Symphonie gemeint, wie sie seit Haydn, Mozart und Beethoven etabliert ist, sondern erst deren Vorform, eine ursprünglich als Opernvor- oder zwischenspiel dienende Folge von drei Sätzen nach dem Muster schnell – langsam – schnell. Entsprechend kurz(weilig) eilt auch Scarlattis Sinfonia dahin, deren beide letzte Sätze jeweils nur wenige Takte umfassen.
Dass Scarlatti hauptsächlich für das Cembalo komponierte, bedeutet noch nicht, dass man als Orchester auf seine Werke verzichten muss – es bedarf lediglich eines „Mittelmannes“ wie des Engländers Charles Avison: Ausnahmsweise nicht in London, sondern im nordenglischen Newcastle upon Tyne wirkte er als Organist, Musiklehrer, Konzertveranstalter und eben auch Komponist. Aus seiner Feder stammen mehrere Instrumentalwerke, darunter eine Sammlung von Concerti grossi, bei denen die einzelnen Sätze auf Cembalosonaten von Scarlatti beruhen. So wird aus dem Solowerk ein Wechselspiel von gesamtem Orchester und einzelnen Solisten (hier ganz typisch zwei Violinen), das den Vergleich mit dem Original nicht zu scheuen braucht.
Mit dem Komponisten der nächsten beiden Werke haben wir nun endlich einen waschechten Portugiesen vor uns: Carlos Seixas war nach verschiedenen Anstellungen als Organist der Nachfolger Scarlattis als Kapellmeister der Königlichen Kapelle in Lissabon, ein Amt, das Seixas dann bis zu seinem Tode 1742 bekleidete. Wie bei so vielen Komponisten aus Portugal hat das schwere Erdbeben in Lissabon von 1755, bei dem zahllose Dokumente verlorengingen, die Überlieferung seiner Werke nachhaltig beeinträchtigt Zu den erhaltenen Orchesterwerken (auch in Seixas œuvre dominieren Solokomkpositionen für Cembalo und Orgel) gehört zum einen die Sinfonia B-Dur, in der man das Muster der Scarlatti-Sinfonia wiedererkennt, wobei nun aber den einzelnen Sätzen ein erkennbar größeres Gewicht zukommt. Zum anderen ist ein Konzert für Cembalo und Orchester überliefert, das zu den frühesten seiner Gattung in Europa zählt. Beiden Werken ist eine sehr durchsichtige und „galante“ Tonsprache gemeinsam, die bereits über die Zeit des Barock hinausweist.
Bei unserem Abschlussstück führt der Weg ein weiteres Mal von England über Italien nach Portugal: Francesco Geminiani stammt zwar aus dem italienischen Lucca, war aber als Geigenvirtuose (und Kunsthändler!) schwerpunktmäßig auf den Britischen Inseln tätig, wo er vor allem mit Bearbeitungen von Werken seines Lehrers Arcangelo Corelli reüssierte, darunter die 12 Concerti grossi, die auf Corellis Violinsonaten op. 5 basieren. Das berühmteste Stück dieser Reihe ist „La Follia“ – und dieser Begriff wiederum bezeichnet zunächst einen feurig-schnellen portugiesischen Tanz („folia“ bedeutet etwa „lärmende Lustbarkeit“, „übermütige Ausgelassenheit“) und dann ein Kompositionsmodell, das vor allem unter dem Titel „Folies d’Espagne“ einen wahren Siegeszug in der Barockmusik und darüber hinaus angetreten hat. Dessen Grundmuster ist ausgesprochen simpel: Eine bestimmte, immer wiederkehrende Harmoniefolge bildet das Fundament für eine Reihe von Variationen, die nicht selten im Dienste virtuoser Zurschaustellung stehen. Dass zumindest sowohl Corelli als auch sein Schüler Geminiani ihr Handwerk als Violinvirtuosen verstanden haben, stellt ihr Werk jedenfalls hörbar unter Beweis. gmk



IMG 1962



Folkmusik, die in keine Schublade passt


INLÉ-RAH, das sind fünf experimentierfreudige Musiker, wie sie nicht unterschiedlicher sein könnten. Klassisch ausgebildete und autodidaktische Folk- und Mittelaltermusiker bilden dennoch eine harmonische Einheit.



Mit ihren unterschiedlichen Instrumente (Drehleier, Cister, Cello, Dudelsack, Pommer, Schalmei, Spinett) finden sie zu einem homogenen Klangbild. So gelingt es ihnen sowohl traditionelle als auch neu komponierten Stücke aus ganz Europa in ein neues Licht zu rücken.



Unter dem Zeichen des Hasen, dem Krafttier der nordischen Mythologie, erzählt Inlé-Rah (mit der Bedeutung, frei nach Richard Adams' Roman "Watership Down" – "Prinz der Nacht" oder auch "The black rabbit of Inlé") musikalische Geschichten und Klangbilder aus alten Zeiten und anderen Welten.



Das Konzert ist am Sonntag (25. Februar)

in der Dyckburgkirche,

Dyckburgstraße 220 (Handorf), 17Uhr (Dauer ca. 1 Std.)



Eintritt frei, Spenden erbeten


Tobias von Schmude (Drehleier, Cister)


Barbara Zimmermann-Keßler (Cello )


Katrin Bolte (Percussion)


Kristina Künzel (Dudelsäcke )


Ingo Voelkner (Pommer, Schalmei, Spinett)
Es sind nicht in allen Muscheln Perlen,
aber man muß sie alle 
durchsuchen.

Georg Philipp Telemanns 12 Fantasien für Viola da Gamba galten Musikliebhabern über Generationen hinweg als das verschollene Bernstein-Zimmer der solistischen Gambenmusik: Ihre Veröffentlichung im Jahre 1735 war zweifelsfrei belegt, doch schien nicht ein einziges Druckexemplar die Zeiten überdauert zu haben. Die Suche nach dem Verbleib der Gambenfantasien steigerte das Interesse an ihnen in einem Maße, wie es selbst Telemanns gewitzter Verkaufsstrategie zur Ehre gereicht hätte. Der überraschende Fund des vermutlich einzigen erhaltenen Druckexemplares aus dem Telemannischen Verlag durch Thomas Fritzsch darf mit Fug und Recht als musikalische Sensation bezeichnet werden. http://www.concerti.de/portraets/echo-klassik-2017-fuer-gambist-thomas-fritzsch/




FANTAISIES
pour la BASSE de VIOLLE
faites et dediées à M.r Pierre Chaunell, 
par Telemann.

Fantasia 6 [G-Dur] TWV 40:31
Scherzando – Dolce – Spirituoso

Fantasia 9 [C-Dur] TWV 40:34
Presto – Grave – Allegro

Fantasia 12 [Es-Dur] TWV 40:37
Andante –Allegro – Vivace

Fantasia 7 [g-Moll] TWV 40:32
Andante – Vivace – Allegro

Fantasia 10 [E-Dur] TWV 40:35
Dolce / Allegro / Dolce / Allegro – Siciliana – Scherzando

Fantasia 8 [A-Dur] TWV 40:33
Allegro – Grave – Vivace



Thomas Fritzsch, in der lebendigen Tradition sächsischer Kirchen- und Hausmusik aufgewachsen, ist „wohl einer der derzeit bedeutendsten Gambisten weltweit.“ (Musica Sacra 04/2017) Robert Marshall lobte ihn als den Casals der Gambe. In den europäischen Konzertsälen ist er ebenso zu hören wie auf den Podien der Metropolen New York, Boston, Tokio, Seoul, Abu Dhabi, Dubai, Havanna, Hongkong, Shanghai, Jerusalem und Tel Aviv. Mit Leidenschaft und brillantem historischen Wissen sucht und entdeckt Thomas Fritzsch verschollene und vergessene Werke der Gambenliteratur, die zur Spätblütezeit des Instrumentes an der Schwelle zum 19. Jahrhundert entstanden. Zu den spektakulärsten Funden zählen dabei Carl Friedrich Abels 2nd Pembroke Collection und sein Gambenkonzert in A-Dur, Abels Ledenburg-Sonaten, Sonaten Johann Christian Bachs und dessen für Abel geschriebener Quartett-Zyklus Opus 8, die er erstaufführte, edierte und in Weltersteinspielungen vorlegte. Immer wieder wandte sich Thomas Fritzsch in Ersteinspielungen und Konzerten vergessenen Werken Georg Philipp Telemanns zu (u.a. Telemannisches Gesangbuch, Telemannische Hauspostille), um sie in kreativer Darbietung zu popularisieren. Weltweites Aufsehen in der Musikwelt erzielte im Oktober 2015 die Nachricht, daß Thomas Fritzsch die bislang als verschollen gegoltenen 12 Fantasien für Viola da gamba von Georg Philipp Telemann aus dem Jahre 1735 auffinden konnte. 2016 stellte er diese durch Welterstaufführung, Einspielung und Edition der Öffentlichkeit vor und erhielt dafür weltweit begeisterte Reaktionen und Höchstbewertungen von Fachmagazinen. Für diese Welt-Ersteinspielung des Jahres wurde Thomas Fritzsch mit dem ECHO KLASSIK 2017 ausgezeichnet. Im Oktober 2017 stellte Thomas Fritzsch die Telemannischen Gambenfantasien in Rezitalen und Meisterklassen in den USA vor und wurde dafür vom amerikanischen Publikum gefeiert. In Würdigung seines weltweit ausstrahlenden Engagements für Bach und Abel wurde Thomas Fritzsch 2014 zum Kulturbotschafter der Bach-Abel-Stadt Köthen ernannt und im November 2017 zum Sonderbotschafter des Burgenlandkreises berufen. 

Viola da gamba Lady Amber (siebensaitig), Holleschau (Mähren), 1774
ex Joachim Carl Graf von MaltzanViola da gamba (siebensaitig) von Johann Casper Göbler, Breslau, 1784


Im August 1735 ließ Georg Philipp Telemann in Hamburg ankündigen: „Der Telemannische Verlag wird 12 Fantasien für die Viola di Gamba … und 6 deutsche moralische Cantaten ohne Instrumente dergestalt ans Licht stellen, daß an einem Donnerstag 2 Fantasien, und am andern eine Cantata, wechsels-Weise zum Vorschein kommen...Der Beginn damit wird den 4. August gemacht.“

Bis vor kurzem schien es, als sei kein Druckexemplar diese 12 Gambenfantasien erhalten geblieben, und der Verlust dieser Werke stellte eine schmerzliche Lücke in Telemanns Kammermusikschaffen dar. Dem Hinweis eines französischen Kollegens folgend, fand der Gambist Thomas Fritzsch im März 2015 in einem Privatarchiv ein vollständiges Druckexemplar aus dem Jahre 1735 mit den 12 Fantasien für Viola da Gamba solo. In diesem Kompendium der Gambenmusik – Musik für Viola da Gamba ohne Baß zu veröffentlichen, war 1735 eine beispiellose Tat – gießt Telemann ein Füllhorn musikalischer Ideen aus, besticht durch eine erstaunliche Kenntnis der Spielmöglichkeiten des Instrumentes und erweist sich als ein Meister der intimsten kammermusikalischen Form. Der spektakuläre Fund bildete die Grundlage für die Welterstaufführung im Rahmen der 23. Magdeburger Telemann-Festtage im März 2016. 

Zeitgleich legte Thomas Fritzsch auch die Edition der 12 Fantasien (Edition Güntersberg) und die CD-Einspielung (Coviello Classics) vor, über die das renommierte Magazin „Toccata“ (87/2017) urteilte: „Fritzsch hat hier eine erstklassige Interpretaion vorgelegt: technisch brillant und musikalisch fesselnd … Diese CD ist eine der wichtigsten der letzten Jahre.“ Für diese Welt-Ersteinspielung des Jahres wurde Thomas Fritzsch mit dem ECHO KLASSIK 2017 ausgezeichnet.

https://www.youtube.com/watch?v=lqbe6cJeCNw



KONZERTVORSCHAU 2018

28. Januar
FANTAISIES pour la BASSE de Violle
faites et dediées à Mr Pierre Chaunelle
par Teleman
Thomas Fritzsch - Viola da gamba 

 
25. Februar
 musikalische Geschichten und Klangbilder aus alten Zeiten
Inlé-Rah
Tobias v. Schmude - Cister, Drehleier, Arrangement,
Katrin Bolte - Percussion
Barbara Zimmermann-Keßler - Cello
Ingo Voelkner - Blockflöte, Barockoboe, Cembalo
Kristina Künzel - Dudelsäcke


4. März, 17 Uhr
amici musici
Kammerorchester
an der Westfälischen Wilhelms-Universität
       "Barockmusik macht glücklich!"
 
15. April,17 Uhr
Gehörtes und Unerhörtes
- Werke für Flöte und Cembalo von J.S. Bach -
 Marta Dotkus – Cembalo
Dominik Schneider – Flöte


 20. Mai, 17 Uhr
Zeitsprung Consort
- Eine Band die „barockt“ -
 Johannes Vogt - Laute
Rüdiger Kurz - Violone
Daniel Kartmann - Schlagzeug & Stimme


10. Juni, 17 Uhr
Cappella Enschede Barok
Aartje Disberg en Karin Pranger - sopraan
MonteverdiBoukje Toren en Minou Tuijp - alt
Arjen van Gijssel en Henk Stoeten - tenor
Eddy van Binsbergen en Peter Laport - bas
Jeanet Bosch - artistiek leider
mit
Les JoyeuxChristiane Frickenstein - Blockflöten
Hildegard Hagemann - Blockflöten, Cembalo
Clemens Krause - Blockflöten Cembalo
Gisela Uhlen-Tuyala - Viola da Gamba  


1. Juli,17 Uhr
Banquetto musicale a due - Besondere Begegnungen
J. Dowland, F. Schubert, T. Campion, W.A. Mozart u.a.

Barbara Willimek, - Alt / Traversflöte
Martin Junge – Laute
 2. September17 Uhr,
Concert Royale
Convivium musicum Gelsenkirchen
Ingo Negwer – Chitarrone
Heike Sierks – Viola da Gamba
Hagen-Goar - Flöte, Gesang

 
 7. Oktober, 17 Uhr
"Verwandtschaften“
- Claviermusik nicht nur von Vätern und Söhnen -
Sigrun Stephan -Clavichord
 

 11. November, 17 Uhr
Martin Hilmer - Glasharfe
Gisela Uhlen-Tuyala -Gambe
Johannes Sundrup - Lichtinstallation
9. Dezember,17 Uhr
Weihnachtskonzert

Kornblum Familie
Florin – Harfen
Andolin - Gamben
Ronald Blum - verschiedene Instrumente
http://kornblum-familie.de/